Hamburg steht Kopf
19.08.2026, geschrieben von Manager moebius97.
In Hamburg springen die Gläser, Spieler und überhaupt!Der Abstieg ist endgültig vom Tisch, jedenfalls für diese Saison.
Unser elektronischer Reporter berichtet....
Was für ein Auswärtssieg! Der MSV Hamburg gewinnt am 33. Spieltag vor 93.000 Zuschauern im ausverkauften Parkstadion mit 4:2 beim LSV Cottbus. Bemerkenswert ist dabei weniger das Ergebnis als die Art und Weise, wie es zustande kam: Seit der 14. Minute spielte Hamburg nach einer Roten Karte gegen Santiago Fernandez in Unterzahl. Trotzdem drehte der MSV einen zwischenzeitlichen 1:2-Rückstand und entschied die zweite Halbzeit klar für sich.
Dabei hatte die Partie für Hamburg hervorragend begonnen. In der 12. Minute schickte Bernhard Baum Lewis Grant im richtigen Moment auf die Reise. Grant blieb vor dem Cottbuser Torhüter ruhig und brachte den MSV mit 1:0 in Führung.
Nur zwei Minuten später folgte jedoch der große Einschnitt. Santiago Fernandez sah nach einer Unsportlichkeit die Rote Karte. Hamburg musste praktisch das gesamte restliche Spiel zu zehnt bestreiten.
Cottbus nutzte die Überzahl zunächst. In der 26. Minute setzte sich Fjodor Alexejew auf der linken Seite durch und fand mit seiner Flanke Boris Suchanow, der per Kopf zum 1:1 traf. Sieben Minuten später kombinierte sich Cottbus durch den Hamburger Strafraum: Nach einem Doppelpass mit Boris Petuchow traf Feodor Zwetkow zum 2:1.
Doch der MSV ließ sich weder vom Platzverweis noch vom Rückstand aus der Partie bringen. Kurz vor der Pause setzte sich Leandro Wyss gegen Zwetkow durch und wurde anschließend gefoult. Zwetkow sah Gelb, Hamburg erhielt einen Freistoß – und Eulises Martinez verwandelte ihn in der 43. Minute direkt zum 2:2. Damit ging es trotz fast einer halben Stunde Unterzahl mit einem ausgeglichenen Ergebnis in die Kabinen.
Nach der Pause entwickelte Hamburg dann eine bemerkenswert kontrollierte Partie. Der MSV ließ den Ball immer wieder durch die eigene Abwehr laufen, baute geduldig über Christoph JEGOU, Bernhard Baum und den auffälligen Daniel Gomes auf und suchte anschließend Grant, Martinez und Robert Busch. Von einer Mannschaft, die einen Spieler weniger auf dem Platz hatte, war zeitweise erstaunlich wenig zu erkennen.
In der 60. Minute wurde diese Spielweise belohnt. Daniel Gomes leitete einen schnellen Konter ein, trieb den Ball durch das Mittelfeld und bediente Robert Busch im Strafraum. Busch drehte sich – 3:2 für Hamburg.
Cottbus versuchte anschließend zurückzukommen, doch der MSV ließ nur wenig zu. Statt sich mit der knappen Führung zurückzuziehen, spielte Hamburg weiter nach vorne. In der Schlussphase liefen zahlreiche Angriffe über Eulises Martinez und Joachim Neustadt.
Die endgültige Entscheidung fiel in der 85. Minute. Neustadt erkannte beim Zwei-gegen-zwei die Situation und spielte im richtigen Augenblick auf Jannis Adrianakis. Der hatte nur noch den Torhüter vor sich und vollendete sicher zum 4:2.
Damit brachte der MSV eine außergewöhnliche Partie souverän über die Zeit. 71 Minuten reguläre Spielzeit plus Nachspielzeit in Unterzahl, zweimal einen Rückschlag verkraftet und nach einem 1:2 noch drei Tore erzielt: Dieser Auswärtssieg war vor allem eine Demonstration von Moral und spielerischer Ruhe.
Besonders bemerkenswert war, dass Hamburg nach der Pause nicht einfach versuchte, das Unentschieden zu verteidigen. Die Mannschaft spielte weiter Fußball, baute kontrolliert auf und setzte ihre Offensivspieler immer wieder in Szene. Daniel Gomes war dabei eine Schlüsselfigur im Spielaufbau; Eulises Martinez sorgte nicht nur mit seinem Freistoßtor für Gefahr, sondern war an zahlreichen Kombinationen beteiligt.
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